Das höre ich oft: „Warum soll ich einen Webdesigner zahlen, wenn ich mir bei Wix selbst eine Seite bauen kann?" Faire Frage. Für ein Hobby ist ein Baukasten völlig okay. Für eine Firma, die über Google Kunden gewinnen will, ist er meist die falsche Wahl. Hier sind fünf Gründe. Ohne Blabla.
1. Baukästen sind langsam
Das ist kein Vorurteil. Man kann es messen. Wix- und Jimdo-Seiten laden im Schnitt 3 bis 5 Sekunden. Eine gut gebaute Website schafft das in unter 1,5 Sekunden.
Warum? Baukästen laden im Hintergrund ihren Editor-Code, Tracking, Schriften und Effekte. Ob du sie nutzt oder nicht. Deine Seite hat drei Absätze? Wix lädt trotzdem über 2 MB JavaScript.
Was das heißt:
- Google bewertet langsame Seiten schlechter (Core Web Vitals fließen ins Ranking ein)
- Mehr als die Hälfte der Besucher springt ab, wenn eine Seite länger als 3 Sekunden braucht
- Wix hostet in den USA. Für Nutzer in Europa heißt das: mehr Wartezeit
Im Allgäu surfen viele am Handy. Oft mit schwachem Netz. Da ist Tempo kein Luxus. Sondern Pflicht.
2. SEO stößt an Grenzen
Baukästen sind bei SEO besser geworden. Aber sie stoßen an feste Grenzen:
- URLs: Bei Wix sind die Pfade kryptisch. Saubere Adressen wie
/leistungen/webdesignsind oft nicht möglich. - Kein Server-Rendering: Wix nutzt Client-Side Rendering. Google kann das zwar lesen. Aber Seiten, die vom Server kommen, werden schneller und sicherer erfasst.
- Schema.org schwierig: Lokale Geschäftsdaten, FAQ-Daten oder Bewertungen als Code hinterlegen? Bei Baukästen kaum möglich.
- Interne Links starr: Die festen Templates machen es schwer, eine gute Link-Struktur aufzubauen.
- Keine Kontrolle über Technik-Details: Canonical Tags, Hreflang, robots.txt — bei Baukästen oft nicht oder nur halb einstellbar.
Wer lokal über Google gefunden werden will — ob „Schreiner Kempten" oder „Physio Sonthofen" — spürt den Unterschied. Oft ist es der zwischen Seite 1 und Seite 3.
3. Design: Überall das Gleiche
Baukästen bieten hunderte Templates. Das Problem: Alle Friseure im Allgäu nutzen dieselben. Dein Auftritt sieht dann aus wie tausende andere weltweit. Gleicher Aufbau. Gleiche Effekte. Gleiche Stockfotos.
Was eine eigene Website anders macht:
- Farben, Schrift und Bildsprache passen zu deiner Marke. Nicht zu einem Template.
- Layouts werden für deine Inhalte gebaut. Nicht andersherum.
- Effekte sind gezielt gesetzt. Nicht aus einem Katalog gezogen.
- Am Handy sieht es gut aus. Nicht nur „geht halt irgendwie".
Dein Betrieb ist einzigartig. Deine Website sollte es auch sein. Ein Steuerberater in Marktoberdorf hat andere Wünsche als ein Yogastudio in Oberstaufen. Den Unterschied sollte man sofort sehen.
4. Du bist Mieter, nicht Besitzer
Bei Wix, Jimdo oder Squarespace mietest du Platz. Das heißt:
- Kein Umzug: Wenn du weg willst, gibt es keinen Export-Knopf für deine ganze Seite. Du fängst von vorn an.
- Preise steigen: Wix hat die Preise schon mehrfach erhöht. Du kannst nichts dagegen tun.
- Funktionen fallen weg: Der Baukasten entscheidet, was bleibt und was gestrichen wird.
- Domain-Bindung: Hast du deine Domain über Wix geholt, wird der Wechsel extra schwierig.
Bei einer eigenen Website gehört dir der Code. Du kannst den Hoster tauschen, den Entwickler wechseln und alles anpassen. Ohne Erlaubnis einer Plattform.
5. Auf Dauer nicht günstiger
Jimdo kostet 15 Euro im Monat, Wix ab 17 Euro. Klingt billig. Aber rechnen wir ehrlich über 3 Jahre:
Baukasten über 3 Jahre:
- Monatlich: 17 Euro mal 36 Monate = 612 Euro
- Domain: ~12 Euro pro Jahr = 36 Euro
- Extras (Premium-Template, Funktionen): 50 bis 200 Euro
- Deine eigene Zeit (Einrichten, Pflegen, Probieren): 40 Stunden mal 50 Euro = 2.000 Euro
- Summe: rund 2.700 bis 2.850 Euro
Eigene Website:
- Einmalige Erstellung: ab 2.500 Euro
- Hosting: 5 bis 10 Euro im Monat = 180 bis 360 Euro über 3 Jahre
- Deine Zeit: Briefing und Feedback, ca. 5 Stunden
- Summe: rund 2.930 bis 3.100 Euro
Der Unterschied ist klein. Aber bei der eigenen Website bekommst du eigenes Design, Top-Tempo, volle SEO-Kontrolle und keine Bindung. Nach drei Jahren gehört dir die Seite. Beim Baukasten zahlst du weiter.
Meine Preise findest du auf der Preisseite.
Wann ein Baukasten doch Sinn macht
Der Fairness halber: Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten passt:
- Du brauchst eine kurze Seite für ein Event oder einen Test
- Es ist ein privates Projekt ohne Geschäftsziel
- Du willst schnell eine Platzhalter-Seite, bis die echte fertig ist
- Dein Budget liegt unter 1.000 Euro und du brauchst sofort etwas
Für alles andere — und vor allem für lokale Firmen im Allgäu — ist eine eigene Website die bessere Wahl.
Fazit: Der Baukasten kostet dich Kunden
Das wahre Problem ist nicht der Preis des Baukastens. Es sind die Kunden, die du nie bekommst. Deine Seite lädt langsam, sieht gleich aus und taucht bei Google nicht auf. Diese Kosten sieht man nicht. Aber sie sind real.
Du willst wissen, ob dein Baukasten dich Kunden kostet? Schreib mir — ich schaue mir deine Seite an und sage dir ehrlich, ob sich ein Wechsel lohnt.
