Dein Webdesigner wirft mit Fachbegriffen um sich und du nickst höflich? Kein Problem. Google hat drei Messwerte eingeführt, um zu prüfen, wie gut eine Website für echte Nutzer läuft. Ganz konkret: Wie schnell sehe ich Inhalt? Reagiert die Seite auf meine Klicks? Springt alles herum, während ich lese?
Seit 2021 fließen diese Werte ins Google-Ranking ein. Eine schnelle Website rankt besser als eine langsame. Bei gleichem Inhalt. Für Firmen im Allgäu, die über Google Kunden finden wollen, lohnt es sich also, diese Zahlen zu kennen.
LCP — Largest Contentful Paint
Was es misst: Wie lange dauert es, bis das größte sichtbare Element geladen ist?
Stell dir vor, du öffnest die Seite eines Hotels. Du siehst erst weiß, dann baut sich die Seite auf. Der Moment, in dem das große Kopfbild voll da ist: Das ist der LCP.
Das Ziel:
- Unter 2,5 Sekunden: Gut (grün)
- 2,5 bis 4 Sekunden: Geht so (orange)
- Über 4 Sekunden: Schlecht (rot)
Was den LCP bremst:
- Riesige Bilder ohne Komprimierung (das häufigste Problem)
- Langsamer Server oder billiges Hosting
- Schriften, die spät laden und den Text blockieren
- Zu viel JavaScript, das den Browser lahm legt
Was du tun kannst:
- Bilder als WebP oder AVIF komprimieren
- Einen schnellen Hoster wählen (nicht den billigsten)
- Schriften mit
font-display: swapladen - Wichtige Inhalte zuerst anzeigen
INP — Interaction to Next Paint
Darum geht's: Wie schnell reagiert die Seite, wenn du klickst oder tippst?
INP hat 2024 den alten Wert FID abgelöst. Es ist strenger. Es misst nicht nur den ersten Klick, sondern den langsamsten während des ganzen Besuchs. Klickst du auf einen Button und es dauert eine halbe Sekunde, bis etwas passiert? Das ist ein schlechter INP.
Richtwerte:
- Unter 200 ms: Gut (grün)
- 200 bis 500 ms: Geht so (orange)
- Über 500 ms: Schlecht (rot)
Was den INP bremst:
- Schwere Berechnungen im Hauptstrang des Browsers
- Zu viele Klick-Empfänger auf der Seite
- Bewegungen, die den Browser überlasten
- Fremde Skripte (Chat-Widgets, Analytics, Social-Media)
So wird's besser:
- Nur laden, was wirklich nötig ist
- Große Aufgaben in kleine Teile aufteilen
- Fremde Skripte später laden (verzögert)
- Bewegungen mit CSS statt JavaScript machen, wo es geht
CLS — Cumulative Layout Shift
Der Kern: Wie stark springen Elemente herum, während du die Seite nutzt?
Kennst du das? Du willst auf einen Link klicken. Genau dann rutscht eine Werbung rein und du klickst auf etwas ganz anderes. Das ist Layout Shift. Und es nervt.
CLS misst die Summe aller solcher Sprünge. Je weniger, desto besser.
Empfohlen:
- Unter 0,1: Gut (grün)
- 0,1 bis 0,25: Geht so (orange)
- Über 0,25: Schlecht (rot)
Was CLS schlimmer macht:
- Bilder ohne feste Breite und Höhe
- Schriften, die spät laden und den Text verschieben
- Banner, die den Inhalt nach unten drücken
- Inhalte, die von oben reinspringen
Deine Hebel:
- Immer
widthundheightfür Bilder angeben - Schriften vorladen oder mit
font-display: optionalnutzen - Platz für Banner und Werbung freihalten
- Cookie-Banner als Overlay zeigen, nicht als Schieber
Wie prüfe ich meine Werte?
Du brauchst kein Fachwissen. Diese Tools sind gratis:
- Google PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev). Zeigt alle drei Werte und Tipps zur Verbesserung.
- Google Search Console unter „Core Web Vitals". Zeigt die echten Werte deiner Besucher.
- Chrome DevTools im Tab „Performance". Für tiefere Analyse.
Wichtig: PageSpeed zeigt zwei Bereiche. „Felddaten" stammen von echten Nutzern. „Labordaten" sind simuliert. Fürs Ranking zählen die Felddaten. Neue Seiten brauchen aber erst genug Besucher, bevor Felddaten vorliegen.
Was heißt das für mein Geschäft?
Mal ehrlich: Kaum ein Kunde denkt in Millisekunden. Aber er spürt den Unterschied. Eine Seite, die sofort reagiert und nichts springt, fühlt sich gut an. Und eine Seite mit 5 Sekunden Wartezeit? Die wirkt wie ein Laden mit klemmender Tür.
Für Firmen im Allgäu heißt das konkret:
- Tourismus: Gäste suchen mobil. Oft mit schlechtem Empfang in den Bergen. Tempo ist Pflicht.
- Handwerk: Kunden vergleichen 3 bis 4 Anbieter in 5 Minuten. Wer langsam lädt, fliegt raus.
- Gastro: Die Karte muss in 2 Sekunden lesbar sein. Nicht erst nach Slider, Popup und Cookie-Banner.
Fazit: Gute Technik fällt nicht auf
Die besten Websites fallen technisch nicht auf. Sie laufen einfach. Die drei Messwerte zeigen, ob deine Seite das Versprechen hält. Du musst die Werte nicht selbst verbessern. Aber du solltest wissen, was sie bedeuten. Sprich deinen Webdesigner darauf an.
Willst du wissen, wie deine Seite steht? Schick mir die URL — ich mache dir eine kostenlose Kurzanalyse und zeige dir die größten Hebel.
