„Soll ich WordPress oder Next.js nehmen?" — das höre ich jede Woche. Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Nicht auf die Technik, sondern auf dein Projekt, dein Budget und deine Ziele. Hier der nüchterne Vergleich — mit aktuellen Zahlen, nicht mit Bauchgefühl.
Die Kurzfassung
WordPress läuft Stand Mai 2026 auf 42,2 % aller Websites weltweit (Quelle: W3Techs). Unter den Sites mit erkanntem CMS sind es sogar 59,6 %. Es ist und bleibt das verbreitetste Content-Management-System. Next.js ist ein modernes React-Framework von Vercel, das auf Tempo, SEO und Freiheit setzt. Beide haben ihre Stärken. Keines ist pauschal „besser".
Der direkte Vergleich
| Punkt | Next.js | WordPress |
|---|---|---|
| Ladezeit | 0,5–1,5 Sek. (statisch) | 2–5 Sek. (typisch) |
| SEO | Volle Kontrolle, Schema.org nativ | Gut mit Plugins (Yoast, RankMath) |
| Sicherheit | Kein PHP, keine Datenbank-Angriffe | Updates nötig, Plugins als Risiko |
| Inhalte pflegen | Entwickler oder Headless CMS | Selbst pflegbar (Dashboard) |
| Erstellkosten | 3.000–10.000+ Euro | 1.500–6.000 Euro |
| Hosting | 5–20 Euro/Monat | 5–30 Euro/Monat |
| Wartung | Gering (keine Plugins) | Mittel bis hoch |
| Design-Freiheit | Grenzenlos | Theme-abhängig |
| Wachstum | Super (Edge, CDN, Serverless) | Begrenzt ohne Caching |
| Lernkurve | Höher (oder CMS anbinden) | Niedrig |
Wann WordPress passt
WordPress ist die richtige Wahl, wenn du:
- Texte oft selbst ändern willst. Blogartikel, Angebote, Teamseiten. Das Dashboard ist leicht zu lernen. Mit Elementor oder dem Gutenberg-Editor brauchst du keinen Entwickler.
- Ein kleineres Budget hast. Für 1.500 bis 3.000 Euro bekommst du einen soliden Auftritt. Nicht einzigartig, aber er funktioniert.
- Schnell online sein musst. Mit einem guten Theme steht eine WordPress-Seite in 2–3 Wochen.
- Viele Standard-Funktionen brauchst. Kontaktformular, Newsletter, Kalender, Buchung. Für fast alles gibt es ein Plugin.
Wo WordPress an Grenzen stößt
- Tempo: Jedes Plugin bremst. 20 Plugins sind keine Seltenheit. Caching hilft, löst aber nicht das Problem.
- Sicherheit: WordPress ist das häufigste Angriffsziel im Web — nicht weil es schlecht ist, sondern weil es so weit verbreitet ist. Die nüchternen Zahlen: 2025 wurden laut Wordfence über 11.000 neue WordPress-Schwachstellen registriert. Rund 90 % davon stammen aus Plugins, nur etwa 4 % aus dem Core. Sucuri zählt täglich tausende kompromittierter WordPress-Sites. Das ist beherrschbar, aber es kostet Aufmerksamkeit, Updates und ein gutes Backup.
- Design-Freiheit: Du bist immer an die Struktur des Themes gebunden. Wirklich eigene Layouts brauchen ein Custom-Theme. Und das kostet.
Wann Next.js die bessere Wahl ist
Next.js lohnt sich, wenn du:
- Maximales Tempo brauchst. Statisch erzeugte Seiten laden in unter einer Sekunde. Google liebt das. Deine Besucher auch.
- SEO ernst nimmst. Volle Kontrolle über Meta-Tags, Schema.org, Sitemap und Canonical URLs. Kein Plugin, das Dinge „irgendwie" macht.
- Ein eigenes Design willst. Keine Template-Grenzen. Jede Idee, jedes Layout, jede Bewegung ist möglich.
- Langfristig denkst. Weniger Wartung, keine Plugin-Abhängigkeit, moderne Technik.
- Mehr brauchst als eine Website. Dashboards, Buchungsportale, Mehrsprachigkeit mit eigenen Daten.
Wo Next.js Aufwand macht
- Kein einfaches Dashboard. Texte ändern geht nur mit Entwickler oder einem Headless CMS (Sanity, Strapi). Das ist ein Extra-Schritt.
- Höherer Startpreis. Eigene Arbeit kostet mehr als ein Theme-Setup.
- Kleinerer Talentpool. WordPress-Entwickler gibt es überall. Next.js noch nicht.
Mein Rat nach über 50 Projekten
Ein klares Muster hat sich gezeigt:
WordPress wählen, wenn: Du ein kleines bis mittleres Unternehmen bist. Du oft selbst Texte schreiben willst. Dein Budget liegt unter 3.000 Euro. Tempo ist nicht das Wichtigste.
Next.js wählen, wenn: Dein Markenauftritt zählt. Du in einem Markt mit viel Konkurrenz stehst (Tourismus, Gastro, Immobilien). SEO ist ein Haupt-Kanal. Du willst ein Design ohne Kompromisse.
Die Mischung: WordPress als Headless CMS und Next.js als Frontend. Du pflegst Texte im WordPress-Dashboard. Die Website selbst läuft als schnelle Next.js-App. Das ist aber preislich die teuerste Lösung.
Fazit: Erst das Ziel, dann die Technik
Die richtige Frage ist nicht „Next.js oder WordPress?". Sondern: „Was soll meine Website für mein Geschäft tun?" Wenn das klar ist, ergibt sich die Technik fast von selbst.
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Du bist nicht sicher, welcher Weg passt? Melde dich — ich berate dich ehrlich. Und empfehle auch WordPress, wenn es die bessere Lösung ist. Versprochen.
